Ich habe vor einigen Tagen die Ankündigung gesehen, dass Claude Cowork Dispatch erscheint — ein Tool, mit dem ich von meinem iPhone aus Claude Code auf meinem Mac steuern kann. Das fand ich faszinierend. Allerdings hatte ich erst feststellen müssen, dass ich darauf wohl noch etwas warten müsste: Das Feature war anfangs nur für Max-Abonnenten mit 200 Dollar pro Monat freigeschaltet, und es sollte noch etwas dauern, bis es auch an Pro-User verteilt wird. Umso überraschter war ich, als ich dieses Update schon Ende dieser Woche erhalten hatte — und ich musste es natürlich gleich ausprobieren, wie es funktioniert und was ich damit so machen kann.
Also habe ich ein bisschen herumexperimentiert, mit dem Agenten gechattet — und irgendwie ist dabei folgendes herausgekommen: Ich wollte eigentlich einen WordPress-Connector einbauen, um damit meinen Naturfotoblog zu betreiben. Das hat aber nicht funktioniert, weil ein WordPress-Abo dafür hätte abgeschlossen werden müssen. Darüber hinaus sind mein Agent und ich zu der Übereinkunft gekommen, dass wir doch einen Blog über KI machen könnten. Und das haben wir dann auch gemacht. Es gab noch viele Dinge zu umschiffen.
Was ich gemacht habe
Erst mal galt es, das richtige Umfeld zu finden — dabei hatte ich auch das Problem, dass mein bisheriger Homepage-Anbieter mir kein SSL-Zertifikat mehr kostenfrei zur Verfügung stellt und ich die angebotenen Preise dort für zu teuer fand. Deshalb haben wir uns gemeinsam auf die Suche nach einer Lösung gemacht. Nun musste dafür eine neue Website ausgesucht, ein neuer Account abgeschlossen und die entsprechende Domain auf den neuen Anbieter umgeleitet werden.
Gleichzeitig ging es natürlich auch schon in das Layout auf HTML-Basis — und da war ich sehr zufrieden mit dem ersten Entwurf, den Claude Opus 4.6 mir geliefert hat. Ein cooles Layout, das allerdings auch ein wenig dem Claude-eigenen Stil ähnelt: minimalistisch. Aber ich finde es schön, und so ist es erst mal auf der Homepage eingezogen.
Interessant fand ich dann noch den Vorschlag, Fotos von meinem Fotoblog einzubinden. Claude hat im Agent-Mode meinen Blog durchsucht, sich Bilder herausgesucht und ein Ranking aufgebaut — welche aus seiner Sicht die schönsten Bilder waren, mit Screenshots entsprechend belegt. Dann habe ich diese Bilder der KI im Original zur Verfügung gestellt, damit eins meiner Polarlichtfotos als Hintergrund für den Startbildschirm dienen kann.
Interessant fand ich auch, dass ohne mein Zutun mein Naturfotoblog im Footer der neuen Homepage von der KI mit verlinkt wurde. So kann jetzt von der einen zur anderen Seite schnell gesprungen werden — und meine Homepages werden vielleicht etwas bekannter. Oder vielleicht auch nur ein bisschen. Ich glaub's eigentlich nicht.
Was dabei herauskam
Herausgekommen ist eine neue Homepage und ein abgestimmter Workflow zwischen meinem KI-Agenten und mir. Da eine Überprüfung jedes KI-generierten Textes durch mich erfolgen soll, haben wir uns zunächst auf einen Online-Review-Prozess verständigt. Allerdings habe ich festgestellt, dass es einfacher für mich ist, wenn die Texte mir in separaten Markdown-Dateien zur Verfügung gestellt werden. Diese binde ich in mein DEVONthink-Programm ein und habe sie damit auch auf allen meinen Geräten verfügbar.
Was als kurzer Test einer neuen Funktion beginnt, endet manchmal mit einer komplett neuen Website — und das mit viel gewonnener Erfahrung nebenbei.
Fazit
Was als kurzer Test von Claude Cowork Dispatch an einem Donnerstagabend begann, hat sich in eine Worksession bis Samstag verwandelt — und eine neue Website dazu. Das überrascht mich eigentlich nicht mehr. Ich starte mit einem konkreten Plan und lande irgendwo ganz anderem, das sich dann als das Richtigere herausstellt. Der neue Workflow mit Markdown-Dateien und DEVONthink fühlt sich jedenfalls solider an als alles, was ich vorher geplant hatte. Mal sehen, was beim nächsten Experiment herauskommt. Es kann an dieser Stelle ja nahezu live mitverfolgt werden.
Ein echter Erkenntnisgewinn dieser Tage: Dispatch ist ein langer Chat, der als Agent-Manager fungiert. Die eigentliche Arbeit erfolgt in verschiedenen, teilweise gleichzeitig ausgeführten Cowork- oder auch Code-Sessions, die über die Seitenleiste auch direkt erreichbar sind und mit einem vorangestellten Dispatch markiert sind. Allerdings wählt Dispatch bei mir immer Opus 4.6 als Modell, weshalb es zu meinen Nutzungspausen kam — ein Umstellen oder Vorauswählen auf zum Beispiel Sonnet 4.6 ist mir aktuell noch nicht gelungen.
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